
Brettspiel-Strategie in Echtzeit
Mit Shadow Dominion, dem Prototyp eines Online-Strategiespiels, verknüpft die Wiener Firma konstruktGames Erfolg versprechende Kernelemente von Online-Games und Strategie-Brettspielen. Fesseln erstere durch die ständige Verbesserung der eigenen Spielfigur (Character Progression), faszinieren letztere durch ein ausgefeiltes, stets neue Spielsituationen schaffendes Regelwerk. Der Prototyp überprüft die Vereinbarkeit beider Welten en detail mit dem Ziel, ein technisch und grafisch aufwändiges Echtzeit-Gameplay mit hoher Spieltiefe zu entwickeln. Dabei ist der Faktor Zeit ein besonderer Stolperstein. Das Warten auf Züge der Mitspieler erweist sich bei Online-Versionen von Brettspielen als Stimmungskiller, Echtzeit-Games unterfordern andererseits das strategische Geschick der Spieler zugunsten der Geschwindigkeit. Shadow Dominion spielt in einer Sciene Fiction Welt, in der die Spieler eine Gruppe von Außerirdischen, Robotern, und mehr oder weniger menschlichen Wesen steuern. Die Gang kämpft gegen andere um die Kontrolle von Gebieten. Jede Figur verfügt über individuelle Fähigkeiten und Ausrüstung, ihre Eigenheiten und Hintergrundgeschichten stellen eine emotionale Beziehung zum Spieler her. Pro Gebiet muss mit einer Spieldauer von zehn bis 30 Minuten gerechnet werden. Dem Sieger winken Erfolgspunkte, die für den nächsten Level gegen verbesserte Ausrüstung eingetauscht werden können. Eine stete Weiterentwicklung der Figuren ist also gegeben und befördert die anhaltende Spiellust. Shadow Dominion ist als „Free to Play“ Spiel konzipiert, Zusatzinhalte wie Gebietskarten, Ausrüstung und neue Figuren sind kostenpflichtig – und sollten von etwa zehn bis 25 Prozent der Spieler erworben werden.alexander@konstruktgames.com

Mach den Unterschied!
Unter dem Titel „NameIt“ will der Gamedesigner Lev Ledit ein vollkommen neues Spielgenre schaffen, das zwischen „evolutionary games“ und „Hidden Object Games“ angesiedelt ist. Ausgangspunkt des Desigs sind grundlegende philosophische Fragen wie „Was gehört zu mir?“ oder „Was unterscheidet Dinge und Lebewesen von anderen?“ Im Spiel geht es darum, Differenzen im noch nicht Unterschiedenen zu erkennen. Der User muss herausfinden, wer er selbst im Spiel ist, woraus seine Welt besteht und welche Objekte darin unterschieden werden können. Solche Differenzen erschließen sich in der virtuellen Welt von „NameIt“ durch das Erkennen kausaler Zusammenhänge. Im Idealfall ermöglicht das Spiel eine Erfahrung, die dem Erwachen eines Komapatienten ähnelt, der die Welt wieder neu verstehen lernen muss. Mit der Fähigkeit des Gehirns, Unterscheidungen zu benennen, widmet sich die Welt von NameIt einer grundlegenden Denkleistung des Menschen. Sie ist die Voraussetzung, um beispielsweise Sprachen erlernen zu können. Die Inspiration zu diesem ungewöhnlichen Spielansatz stammt vom Mathematiker G. S. Brown, dessen Kalkül auf einer einzigen Anweisung beruht: „Triff eine Unterscheidung!“ Mit diesem Motto kehrt Lev Ledit zum Ursprung jeden Spiels zurück – dem Lernen. Alle Säugetiere spielen, um sich Fähigkeiten für das Leben anzueignen. Und je mehr das Gelernte den Erfordernissen des Lebens entspricht, desto größer wird der Nutzen des Spiels für die Spielenden. Die Zukunft seines Games sieht Lev Ledit in einer Flash-Web-Version, die über zahlreiche Casual-Games Plattformen verbreitet wirdn und jene Onlinespieler ansprechen soll, die an neuen Spielkonzepten interessiert sind.lev@avaloop.com





