Bienen als Co-Designer
Wildlebende Bienen errichten in Baum- oder Steinhöhlen einen stabilen Wachsbau, in dem sie Honig und Pollen lagern und ihre Nachkommen aufziehen. Um an den Honig zu kommen, musste man früher den gesamten Wabenbau zerstören. Seit mehr als hundert Jahren verwenden Imker deshalb gedrahtete Holzrahmen, in denen Wachsplatten mit vorgestanzten Waben eingelötet sind. Diese lassen sich einzeln entnehmen, der Honig kann geerntet werden, ohne den Wabenbau zu beeinträchtigen. Die aus Altwachs gewonnen Platten sind Bestandteil eines kreislaufwirtschaftlichen Prozesses und gerade deshalb nicht frei von Schadstoffen. Insbesondere chemische Rückstände der Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe vermindern die Qualität des Honigs sowie medizinischer und kosmetischer Folgeprodukte. Eine Rückkehr zum Naturbau würde das Rückstandsproblem lösen, bisher gibt es aber noch kein Rahmensystem, in dem die Bienen ihren Naturbau so zuverlässig errichten, dass eine Imkerei damit auch erfolgreich wirtschaften kann. Der Wiener Hobbyimker und leidenschaftliche Bienenbeobachter Werner Müller tüftelt seit etwa fünf Jahren an Rahmenlösungen, in denen die Bienen als Co-Designer ihre Naturwaben passgenau – und damit einfach verarbeitbar – einbauen. Ziel seiner Forschungen ist es, den geflügelten Insekten verschiedenste Rahmenformen anzubieten, und die für die Imkereiwirtschaft optimale zu finden
werner.mueller@ainoah.at

„Rapid-Geist“ für Design
Die im Modell- und Prototypenbau bereits etablierten Technologien 3D-Druck und Lasersintern – auch bekannt unter Rapid-Prototyping – machen sich Peter Umgeher und Georg Schnitzer für ihre Möbel- und Produktkollektion „Our New Appartment“ zunutze. Deren Ziel ist es, auf individuellen Wünschen basierende Kleinserien und Einzelstücke ohne hohe Werkzeugkosten zu fertigen. Mithilfe von impulse XS wollen die in Wien lebenden Designer konstruktive Entwicklungen und Materialforschung vorantreiben, um „Our New Appartment“ marktreif zu machen. Die Kollektion besteht aus Möbeln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen, räumt den EndverbraucherInnen aber hohe Mitgestaltungsmöglichkeiten ein. Billige Werkstoffe wie Nylon (Polyamid), Pressspanplatten oder Holzprofile, ansonsten bevorzugt in der industriellen Massenproduktion eingesetzt, lassen sich mit „Our New Appartment“ günstig zu Produkten mit persönlichem Touch verarbeiten. Das soll dank Rapid-Prototyping schnell – und auf Bestellung passieren, was Lagerkosten eliminiert. Der flexible Prozess macht eine Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer überflüssig, lokale Rapid-Prototyping-Anbieter profitieren davon.





